Heute ist der Weltkusstag. Ich habe meine Kolleginnen heute schon mit Luftküssen begrüßt und plötzlich lag auf vielen Lippen ein Lächeln. Und das ganz ohne Körperkontakt. Das Küssen ist schon eine schöne Sache. Es bringt Freude, ist überaus gesund und macht schön. Vielleicht ist Küssen die schönste Nebensache der Welt. Darum gibt es auch den Welttag des Kusses.
Laut einer Umfrage der gfk küssen die Deutschen am liebsten mit Gefühl. Den perfekten Kuss gibt es nur, wenn man sein Gegenüber auch lieb hat. Das Küssen ist also eine sehr emotionale Sache, obwohl es natürlich die verschiedensten Arten des Kusses gibt. Am liebsten natürlich der Kuss unter Liebenden, aber auch der Kuss zwischen Freunden oder Verwandten, meistens dann Küsschen oder Bussi genannt. Natürlich kennt auch jeden den sozialistischen Bruderkuss. Küsse gibt es also überall, in jedem Land und jeder Zeit.
Vor allen Dingen ist Küssen auch sehr gesund. Es stärkt das Herz und das Immunsystem. Je nachdem wie intensiv so ein Kuss ausfällt können über 30 Muskeln an dem Vorgang beteiligt sein. Ein richtiges Gesichtsworkout also. Und natürlich werden viele Hormone ausgeschüttet, die uns glücklich machen.
Der Kuss spielt nicht nur im echten Leben, sondern auch in der Musik eine große Rolle. Als ich noch klein war, liebte ich die Gruppe Prinzen über alles. Und „Küssen verboten“ fand ich einfach sensationell. Meine Schwester und ich können den Text immer noch auswendig und küssen fanden wir damals sowieso nur eklig. Wenn man älter wird ändert sich diese Einstellung natürlich und Küssen ist nicht mehr verboten, doch dramatisch bleibt es allemal.
Die Prinzen und der Pop sind ja der U-Musik zuzurechnen, doch auch in der Oper ist der Kuss brandaktuell. Sie sehen, er zieht sich durch die Epochen und ist überaus fachübergreifend. Der Kuss, ein Thema, ernst und unterhaltend.
„Nein, nein, auf deinen Lippen sag ich ihn,
sobald die Sonne scheinen wird!
Mein Kuss allein soll dieses Schweigen lösen,
durch das du mein wirst!“
Diese Zeilen kennt wahrscheinlich jeder von uns. Nur nicht in dieser Form. Es ist Nessun Dorma, die berühmte Arie des Prinzen Kalaf in der Oper Turandot von Giacomo Puccini. Diese Liebesarie ist wohl eine der bekanntesten Tenorarien. Ja, die Liebesarien, die Tenöre singen für ihre Liebste um sich einen Kuss zu ergattern. Der Tenor ist in der Oper oft der Tonangebende, der in seinen Arien sehnt und liebt, bangt oder triumphiert. In Dachau können Sie die schönsten Tenorarien unter freiem Himmel bei der „Nacht der Tenöre“ am 20.07.2012 erleben.
Ich werde heute sicher noch den einen oder anderen knutschen, einfach weils so schön ist. Wer knutscht mit?
Titelbild ©A.Rausch / pixelio.de
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